Löwenmädchen
Der Kampf gegen das Osteosarkom

Diagnose



Es war der 21.März 2011 der mein und unser Leben total auf den Kopf stellen sollte.

Angefangen hat alles ein paar Wochen früher...


Meine 9 jährige Tochter, klagte über Knieschmerzen.
Ich sah mir das Knie an,es war rot, leicht geschwollen und etwas überwärmt und sagte, dass wir zu einem Orthopäden fahren könnten.
Sie nickte und wir fuhren los.
Der Orthopäde, auf den ich sehr sehr viel gab, untersuchte mein Mädchen.
Er drehte den Fuss nach links dann wieder nach rechts dann zog er ihn nach oben und wieder nach unten knickte das Beinchen und sagte:
Frau W. gehen sie der kleinen mal nen paar ordentliche Einlagen machen und kommen in 14 Tagen wieder.
Ich wies ihn darauf hin, dass das Knie überwärmt und mein Kind , kein Kind ist, dass schnell sagt Schmerzen zu haben.
Er sagte mir ziemlich deutlich ich solle mal nicht so hysterisch sein, das ist im Wachstum alles ganz normal.
Ich bat ihn ihr Bein zu röntgen, denn mein Gefühl war kein gutes.
Er lehnte dieses ganz klar mit den Worten ab, dass er nicht alle Kinder immer zu röntgen könnte, nur weil die Mutter dass so wolle.

Wir gingen also unverrichteter Dinge aus der Praxis, ohne die Einlagen anfertigen zu lassen.
Aus der Praxis raus ,wieder in Richtung U-Bahn vorbei an einem Friedhof an der Geneisenaustrass,mein Mädchen und ich entschieden einfach mal rein zu gehen  und redeten darüber, wie wir uns ,nseren Tot vorstellen und wie wir Beerdigt werden wollen
Ich weiß aus dieser Unterhaltung nichts mehr.

Nach kurzer Zeit  wollte Lara auch ganz schnell wieder gehen und wir verließen diesen Ort....

Cirka 2 Wochen später sehe ich wie sie sich an einer Matraze das Knie stößt und bitterlich zu weinen anfing.
Mein Kind ist nicht so nah am Wasser gebaut....
Ich ging zu ihr und fragte was los ist.
Sie weinte und zeigte nur auf ihr Knie ich schaute es mir wieder an.
Rot dick und total überwärmt.
Meine Nachbarin angerufen und gefragt,ob sie einen guten Orthopäden kennt.
Warum fragt sie mich noch und ob es nicht voll übertrieben wäre,wegen eines dicken Knies zum Orthopäden zu gehen.
Sie gibt mir die Adresse ihres Arztes und ich rufe in der Praxis  an.
Kommen Sie mit etwas Wartezeit zu uns Frau W. kein Problem.

Also los auf in die Sonnenallee.
Mein Kind scheint erleichtert.
Der Doctor ruft sie auf , wir gehen in den Praxisraum, er will das Knie sehen wird ganz still,als er es sich anschaut und sagt zu mir :
Frau W. ich würde dass sehr gern jetzt sofort röntgen!
Ja bitte sage ich ihm und er leihert alles an.
Die Schwester kommt und nimmt mein Kind mit.
Röntgen überstanden und er zeigt mir eine verdickung im Oberschenkelknochen.
Nichtsahnend nehme ich es hin und frage ihn was wir nun tun sollen.
Er gibt mir zwei Überweisungen die eine zur Blutabnahme um Rheuma auszuschliessen und die andere für ein MRT.
Er gibt mir noch den Hinweis den Termin fürs MRT schnellstmöglich zu machen , weil es immer so fürchterlich lange Wartezeiten gibt.
Wir gehen aus der Praxis und ich dachte bei mir,dass ich es nun wieder voll übertrieben finde ein MRT machen zu lassen, weil er hat es doch geröngt und , na gut dann mach ich es eben.

Das große Blutbild, zu dem wir dann nach Schöneberg gefahren sind, konnte Rheuma ausschliessen!
Nun stand noch das MRT aus.


Ich denke eine Woche nach unserem Termin beim Ortophäden rief ich dann  im Krankenhaus an,um diesen Termin zu machen.
Es war ein Freitag abend, ich rief so gegen 16.00 Uhr dort an.
Die Schwester fragte mich, was auf der Überweisung drauf stehe.
Ich lass ihr noch ganz deutlich vor:
VERDACHT AUF OSTEOSARKOM BITTE UM MITBEURTEILUNG

Ich dachte mir nichts böses und man kann mich als Naiv darstellen wollen.
Ich glaube heute, meine Seele hat mich einfach beschützt.

Die Frau am Telefon sagte:
Na dann kommen Sie doch bitte gleich Monatg früh, hier ist zum Glück ein Termin frei geworden.
Danke, sage ich noch zu ihr und bin erstaunt,dass es nun doch,schneller ging als gedacht!

Montag morgen 10.15 Uhr wir sind im Emil-Behring-Krankenhaus.
Sie steigt in die Röhre wie eine ganz große, ich bin erstaunt von ihrer Klarheit,ohne irgendwas zu wissen,erstaunt von ihrer Nichtangst .
Sie ist so unglaublich.
Ich darf nicht mit,muss in diesem engen Umkleideraum warten.
Die Frau, unhöfflich wie im Anfang auch, kommt und sagt sie müßen ihr Kontrastmittel spritzen,ob ich einverstanden wäre.
Was bleibt mir anderes übrig:

Ja klar dürfen Sie ihr Kontrastmittel spritzen.
Eine gefühlte Ewigkeit vergeht und ich fange an unsicher zu werden, mich zu fragen , ob ich wichtige Dinge übersehen habe.
Lara ist fertig, stöhnt und sagt:
Ich will nur noch nach Hause.
Ich treffe den befundenen Radiologen und frage ihn , ob er mir schon irgendwas zu den Bildern sagen könnte!?!
Er schaut mich mit riesen Augen an, sagt:
Jetzt haben Sie wohl Angst was?
geht weiter und reagiert nur noch auf mich mit den Worten:
Ich werde mich mit dem befundenden Kinderradiologen auseinander setzen und dann ihrem Haus Ortophäden bescheid geben, der sich dann wieder rum bei Ihnen melden wird.
Okay dann warte ich einfach auf den Anruf meines Doctors.